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Begriffe der elektronischen Musiksynthese PDF Print
Wednesday, 30 July 2003
In diesem Artikel werden viele Begriffe erläutert, mit denen der an technischem Hintergrund interessierte Benutzer konfrontiert wird.

ADSR Envelope Generator

Engl. Abkürzung EG. Hüllkurvengenerator in Synthesizern zur Realisierung von Sound-Effekten. ADSR ist die Abkürzung für die Hüllkurven-Phasen Attack-Decay-Sustain-Release. Siehe Hüllkurve .

Aftertouch

Kanal - und notenspezifisch wirkendes MIDI - Event , bei dem ein nach Aktivierung eines Tons veränderter Tastendruck am Keyboard ausgewertet wird. Die Reaktion des Keyboards auf Aftertouch ist nicht standardmäßig festgelegt, jedoch wird normalerweise ein Vibrato-Effekt erzeugt.

Amplitude

Weite des Ausschlags einer Schwingung. Die Erhöhung der Lautstärke von Sounds ist gleichbedeutend mit der Erhöhung der Amplitude.

Asynchron

Datenübertragungstechnik zwischen einem Sender und einem Empfänger, bei der die Teilnehmer sich nicht zeitlich koordinieren. Das MIDI-Protokoll wird asynchron übertragen. Der Empfänger muss also jederzeit in der Lage sein, MIDI-Events anzunehmen. Siehe MIDI .

Attack

Phase von Hüllkurven . Durch das Attack Time Controller-Event Nr. 73 wird die Zeitdauer der Einschwingphase einer Note nach Note ON festgelegt.

Bandpassfilter

Engl. Abkürzung BPF (Band Pass Filter). Elektronische Filterfunktion, die nur einen nach unten und nach oben begrenzten Frequenzbereich (Band) von Sounds passieren lässt. Siehe auch Sperrpassfilter , Tiefpassfilter und Hochpassfilter .

Brightness

Durch das Sound Brightness Controller Event Nr. 74 wird die Filter Cutoff Frequenz verändert. Höhere Parameterwerte bewirken schärfere Sounds.

Byte

Dateneinheit der Computertechnik. Ein Byte besteht aus acht Bits, die jeweils die Werte 0 oder 1 annehmen können. Damit können mit einem Byte nur ganze Zahlen zwischen 0 und 255 dargestellt werden. Die Statusbytes der MIDI - Events haben Werte zwischen 128 und 255, Datenbytes haben Werte zwischen 0 und 127.

Channel

siehe Kanal .

Channel Press

Heute nur noch wenig verwendetes MIDI - Event . Im Gegensatz zu Aftertouch wirkt Channel Press nicht auf einzelne Noten, sondern auf die gesamte Tastatur. Keyboards setzen Aftertouch dann ein, wenn jede Taste mit einem eigenen Drucksensor ausgestattet ist, anderenfalls wird Channel Press erzeugt.

Chord

Die in XG - MIDI-Dateien eingesetzten Notierungen der Akkorde (Chords), z.B. F#m6, werden als spezielle XG -Meta-Chord - Events abgelegt. Diese Chord-Events sind nicht standardisiert. Sie werden für Protokollzwecke oder für die automatische Erzeugung von mehrstimmigen Klängen (Harmonie-Effekte) bei YAMAHA-Keyboards ausgewertet.

Chorus

Chorus ist ein Sound Effekt , bei dem der Sound mit einem daraus abgeleiteten überlagert wird. Dabei werden die Frequenzen leicht verändert. Durch diesen Effekt wird das Gefühl eines Chors, d.h. des Zusammenspiels von mehreren gleichen Instrumenten vermittelt. In GM sowie in XG wird die Intensität des Sound Effekts über das Controller-Event Nr. 93 gesteuert. In XG ist Chorus ein System - Effektblock , bei dem über SysEx eine Reihe unterschiedlicher Chorus-Effekte angewählt werden können; z.B. Chorus1/2/3, Celeste1/2/3 und Flanger1/2 .

Chunk

Chunk ist das englische Wort für Klotz oder Block, hier Ansammlung von Daten.

Alle Daten einer MIDI-Datei sind in mehreren Chunks zusammengefasst. Chunks enthalten unterschiedlich viele Daten, die jeweils logisch zueinander gehören. Ein Chunk beginnt mit einer Identifikation von vier ASCII-Zeichen, gefolgt von einer in vier Bytes dargestellten Zahl, der Anzahl der Datenbytes des Chunks. Jede MIDI-Datei beginnt mit einem MThd-Chunk, d.h. mit einer Folge von Bytes
0x4D 0x54 0x68 0x64 0x00 0x00 0x00 0x06 0x?? 0x?? 0x?? 0x?? 0x?? 0x??
in Hexadezimal -Darstellung. Die ersten vier Bytes sind die ASCII-Folge "MThd", die Anzahl der folgenden Datenbytes des Chunks ist sechs. Der MThd-Chunk am Anfang einer Datei kennzeichnet diese als MIDI-Datei. Die Datenbytes 0x?? spezifizieren den Dateityp ( SMF0 oder SMF1 ), die Anzahl der Tracks (=1 bei SMF0) sowie den PPQN -Wert. Auf den MThd-Chunk folgen für jeden Track jeweils ein MTrk-Chunk. YAMAHA-Style-Dateien enthalten weitere Chunks (z.B. den CASM-Chunk), die aber nicht standardisiert sind.

Controller-Events

Standardisierte, d.h. herstellerunabhängige MIDI - Events , die Auswirkungen auf bestimmte Effekte bei der Tonerzeugung durch die MIDI-Devices haben oder diese anderweitig steuern. Controller-Events haben kanalspezifische Auswirkungen. Mit Controller Events werden beispielsweise das Schalten von Voice-Banks sowie die Einstellung von Soundeffekten wie Main Volume , Sustain und Portamento veranlasst. In GM sind nicht alle der 128 möglichen Controller-Events spezifiziert. Normalerweise ist in den MIDI-Devices davon nur ein Teil realisiert.

Decay

siehe Hüllkurve .

Delay

siehe Hüllkurve .

Drum Kit

Ein Drum-Kit besteht aus einer Anzahl von Percussion-Sounds (Drums), bei denen im Gegensatz zu den Melodie-Voices jeder Taste ein anderer Sound zugeordnet wird. Kanal 10 ist bei GM ausschließlich für die standardisierte GM Percussion reserviert. In XG werden beispielsweise mehrere Drum-Kits bereitgestellt, die über Voice-Bank und Voice-Nummer adressiert werden. XG lässt Drum Kits auch Kanalnummern ungleich 10 zu.

DSP

DSP ist die Abkürzung für Digital Signal Processor. Mit DSP's werden die Töne in ihrer digitalisierten Form verändert. Dabei führen leistungsfähige Soft- und Hardware-Funktionen komplizierte mathematische Berechnungen durch, um Effekte wie Filter, Delays, Echos, Hall, Mehrstimmigkeit zu erzeugen.

Effektblock

Ein Effektblock ist eine Synthesizer -Funktion, durch die eine Gruppe von Sound-Effekten realisiert wird. In XG gibt es drei voneinander unabhängige Effektblöcke: Chorus , Reverb und Variation . Chorus und Reverb sind System -Effekte, während Variation als System- oder als Insertion -Effekt arbeitet.

Equalizer

Equalizer (Abkürzung EQ) sind Hard- oder Software-Funktionen, mit denen in Abhängigkeit der Frequenz von Sounds die Lautstärke (Amplitude) verändert wird. Damit können zum Beispiel die Bässe verstärkt oder hohe Frequenzen unterdrückt werden.

Envelope

gleichbedeutend mit Hüllkurve .

Event

Englisch Ereignis oder Nachricht. Elementare MIDI-Anweisung, die ausgesandt bzw. empfangen wird. MIDI-Songs werden als zeitgesteuerte Folge von Events übertragen. Jedes Event hat eine in den MIDI-Spezifikationen klar definierte Auswirkung auf das MIDI-Device . Ein Event besteht aus einer unterschiedlich langen Folge von Bytes . Es wird eingeleitet durch ein sog. Statusbyte mit Werten zwischen 128 und 255, d.h. das erste Bit ist belegt. Die darauf folgenden Datenbytes des Events haben Werte zwischen 0 und 127, d.h. das jeweils erste Bit ist Null.

Expression

Mit dem Controller-Event Nr. 11 wird der prozentual wirksame Anteil der kanal spezifischen Main-Volume -Lautstärke festgelegt. Ist z.B. mit Controller Nr. 7 Main Volume auf 80 eingestellt und ist Expression auf 64, d.h. 50%, so ist die effektive Lautstärke nur die Hälfte des Main-Volume-Werts. Mit niedrigeren Expression-Werten ist auch ein Soft-Effekt gekoppelt. Expression wird vornehmlich bei Diminuendo und Crescendo eingesetzt.

Filter

Funktion in Synthesizern , mit der Frequenzbereiche aus Sounds ausgefiltert (eliminiert) werden. Man unterscheidet zwischen Tiefpassfilter , Hochpassfilter , Bandpassfilter und Sperrpassfilter .

Filter Cutoff Frequenz

Grenzfrequenz, ab der durch Tiefpassfilter alle höheren Frequenzen bzw. durch Hochpassfilter alle niedrigeren Frequenzen von Sounds ausgefiltert werden. Die Breite des Übergangsbereich zwischen den ausgefilterten und nichtausgefilterten Frequenzen kann manipuliert werden. Die Steilheit des Übergangs wird in db/freq spezifiziert. In MIDI wird die Filter Cutoff Frequenz durch das Controller Event Nr. 74 ( Brightness ) beeinflusst.

Filter Resonance

Durch die Resonanz des Tiefpassfilters wird ein zusätzlicher Verstärkungsfaktor der höheren Frequenzen direkt vor der Filter Cutoff Frequenz bewirkt. Durch diesen Effekt wird der Sound schärfer. In MIDI wird die Filter Resonanz durch das Controller Event Nr. 71 (Harmonic Content) beeinflusst.

Frequenz

Anzahl der Perioden einer Schwingung pro Zeiteinheit (Sekunde). Angabe in Hertz (hz). Die Frequenz ist ein Maß für die Tonhöhe. Die Verdopplung der Frequenz bewirkt eine Erhöhung des Tons um eine Oktave. MIDI-Sounds bestehen aus einer Überlagerung vieler Schwingungen unterschiedlicher Frequenz und Amplitude .

Gain

Engl. Gewinn. Effektiv hörbare Erhöhung der Lautstärke von Sounds.

General MIDI

siehe GM .

GM

GM (General MIDI) sind Vereinbarungen, die MIDI-Device -Hersteller untereinander getroffen haben, um eine Kompatibilität des MIDI -Protokolls zu erreichen. GM lässt herstellerspezifische Erweiterungen wie XG (YAMAHA) und GS (Roland) zu; diese stehen nicht im Widerspruch zu den GM-Vereinbarungen, sind aber nicht untereinander kompatibel.

GM1 (General MIDI Level 1) wurde 1991 von den MIDI-Device -Herstellern als allgemein akzeptierte MIDI -Norm verabschiedet. Die meisten MIDI-Devices und speziell auch die Soundkarten sind in der Lage, Folgen von MIDI - Events oder MIDI-Dateien zu bearbeiten, die dieser Norm genügen. In GM werden 128 Voices festgelegt, die in 16 Voice-Gruppen eingeteilt sind. Kanal 10 wurde ausschließlich für Drum Kits reserviert. Damit wurde erstmalig der Austausch von Musikdaten zwischen Geräten verschiedener Hersteller ermöglicht.

Ende 1999 wurde mit GM2 (General MIDI Level 2) eine Erweiterung von GM1 vereinbart, mit der insbesondere die Beschränkung auf 128 Voices entfällt. Hinzu kommen unter anderem die Erhöhung der Polyphonie auf mindestens 32, eine Reihe von Controller-Events und RPNs zur Effektsteuerung sowie neue universelle SysEx. MIDI-Devices von Roland und YAMAHA werden zukünftig in der Lage sein, neben GM1 auch GM2 zu verarbeiten. XG und GS sind nicht abwärtskompatibel zu GM2.

GS

Das von Roland eingeführte GS-Format ist eine herstellerspezifische Erweiterung des GM -Standards. Es wurden eine Reihe von neuen Voices sowie neue Controller-Events eingeführt. Die Erweiterungen verletzen nicht den GM-Standard, so dass die Wiedergabe von GS- MIDI-Dateien auch auf GM- MIDI-Devices, möglich ist.

Harmonic Content

Mit dem Controller Event Nr. 71 wird der Frequenzgehalt der Sounds beeinflusst. Höhere Parameterwerte erzeugen exzentrische Töne.

Hexadezimal

In der Datentechnik häufig verwendete Schreibweise von Zahlen. Im Gegensatz zu den Dezimalzahlen, die auf der Zahlenbasis 10 aufbauen, ist bei Hexadezimalzahlen die Zahlenbasis 16. Dabei werden die (Dezimal)-Zahlen 10 bis 15 durch Buchstaben a bis f dargestellt. In diesem Glossary werden Hexadezimalzahlen zur Unterscheidung von Dezimalzahlen durch die vorangestellten Zeichen "0x" gekennzeichnet.

Gegenüberstellung von Dezimal- und Hexadezimalzahlen:

0

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17

...

0x0

0x1

0x2

0x3

0x4

0x5

0x6

0x7

0x8

0x9

0xa

0xb

0xc

0xd

0xe

0xf

0x10

0x11

...


SysEx - Events werden normalerweise als Folgen von Hexadezimalzahlen dokumentiert.

Hochpassfilter

Engl. Abkürzung HPF (High Pass Filter). Elektronischer Filter, der nur einen nach unten durch die Filter Cutoff Frequenz begrenzten Frequenzbereich von Sounds passieren lässt. Siehe auch Bandpassfilter , Tiefpassfilter und Sperrpassfilter .

Hüllkurve

Englische Bezeichnung "envelope". Zeitlicher Lautstärkeverlauf während des Abspielen eines Sounds. Die Hüllkurve wird in mehrere Abschnitte unterteilt:





Delay Start-Verzögerung nach dem Drücken der Taste
Attack Einschwingphase bis zum Erreichen der maximalen Lautstärke
Decay Abklingphase bis zum Erreichen einer bestimmten Lautstärke
Sustain Phase, in der die Lautstärke gehalten wird
Release Ausklingphase nach Loslassen der Taste.


Der Hüllkurvenverlauf kann über Controller-Events beeinflusst werden, bei XG auch durch SysEx . Siehe auch ADSR Envelope Generator .

Insertion

Arbeitsweise des XG Effektblocks Variation . Ist der Klangerzeuger auf Insertion eingestellt, so sind die Effekte für jeden Kanal getrennt einstellbar. Im Gegensatz steht dazu die Arbeitsweise System. In diesem Fall wirken die Effekte auf alle Kanäle gleichzeitig. Reine System-Effektblöcke sind Chorus und Reverb , während Variation sowohl als Insertion- als auch als System-Effekt arbeiten kann.

Kanal

MIDI-Devices kennen normalerweise genau 16 voneinander unabhängige "Adressen" elementarer Tonerzeuger zur Übertragung bzw. Annahme und Bearbeitung von MIDI - Events . Diese Adressen werden als Kanäle bezeichnet. Jedem Kanal kann zu einem Zeitpunkt genau eine Voice zugeordnet sein, so dass nur bis zu 16 unterschiedliche Voices parallel abgespielt werden können. Die Kanäle werden mit den Zahlen 1, 2, ...16 benannt. Der Kanal 10 ist üblicherweise nur für Drum-Kits reserviert.

LFO

Abkürzung für Low Frequency Oscillator (Niederfrequenz-Oszillator). Bauelement oder Funktion in Synthesizern .

LSB

Abkürzung für Least Significant Byte. Daten in MIDI Events können nur Werte zwischen 0 und 127 annehmen. Werden in Einzelfällen größere Zahlen benötigt, werden zwei Daten übertragen: MSB und LSB. Die resultierende Zahl errechnet sich dann nach der Formel 128*MSB + LSB.

Lyric Event

In MIDI wird ein spezielles Event zur Ablage von Liedtexten verwendet. Lyric-Events werden für das zeitgesteuerte Protokollieren des Textes parallel zur Musik (Karaoke) verwendet.

Main Volume

Kanal spezifische Einstellung der Wiedergabelautstärke. Der Wertebereich liegt zwischen 0 (stumm) und 127 (maximale Lautstärke). Main Volume ist zu unterscheiden von der Velocity , von Expression und auch von der kanalunabhängigen Einstellung der Master Volume am Keyboard. Main Volume wird durch das Controller Event Nr. 7 eingestellt.

Meta Events

Gruppe von MIDI - Events mit dem Statusbyte 0xff. Zu den Meta-Events gehören Sequenz-Nummer, Allgemeiner Text, Copyright-Text, Track-Name, Lyric (Lied-Text), Marker, Cue Point, MIDI-Port-Nummer, End of Track, Tempo, Takt, Tonart sowie das von den herstellerspezifische Meta-Event 0xff, 0x7f,... Meta-Events werden nur lokal ausgewertet; sie werden nicht über die MIDI-Schnittstelle auf andere MIDI-Devices übertragen.

MIDI

MIDI ist eine asynchrone serielle Schnittstelle für die Übertragung von Musik-Daten zwischen MIDI-Devices . Hierbei werden nicht die analog auszuwertenden Klänge (Sounds) übertragen, sondern nur "Befehle" an einen Tonerzeuger ( Synthesizer ), durch den der letztendlich über Lautsprecher auszugebende Klang erzeugt wird. Die Vielfalt der übertragenen MIDI-Befehle ( Events ) liefert ausreichend Informationen für ein hochwertiges Klangbild. Die Qualität der Wiedergabe ist jedoch stark abhängig von der Leistungsfähigkeit des Synthesizers. MIDI ist unter der Bezeichnung General MIDI genormt.

MIDI-Device

Hardware wie PC-Soundkarten, Soundmoduln, Keyboards usw., die in der Lage ist, MIDI über MIDI-Kabel zu erzeugen, zu senden, zu empfangen oder zu bearbeiten.

MIDI 0

gleichbedeutend mit SMF0

MIDI 1

gleichbedeutend mit SMF1

MIDI-Datei

Eine SMF -MIDI-Datei ist ein standardisiertes Dateiformat für Musikdaten (Songs), das alle Informationen für die Bedienung der MIDI -Schnittstelle zur Verfügung stellen kann. MIDI-Dateien enthalten Sequenzen von MIDI- Events , die alle mit einem eigenen Zeitstempel ausgestattet sind. Die Erzeugung von MIDI-Dateien aus einem Strom von MIDI-Events oder durch manuelles Editieren und umgekehrt die Erzeugung der zeitgesteuerten Sequenz von MIDI-Events anhand von MIDI-Dateien ist eine Aufgabe von Sequenzer -Programmen.

Siehe auch SMF 0 , SMF 1 , Chunk .

MIDI-Spezifikation

Bindende Beschreibung der MIDI -Anweisungen für standardardisierte und auch herstellerspezifische MIDI-Implementierungen.

Modulation

Kanal spezifischer Sound Effekt , der mit dem Controller Event Nr. 1 manipuliert werden kann. Üblicherweise wird dadurch ein Vibrato-Effekt erzeugt. Das Modulationsrad des Keyboards wirkt jedoch gleichzeitig auf mehrere Kanäle.

MSB

Abkürzung für Most Significant Byte. Siehe auch LSB .

Note OFF

MIDI - Event , mit dem das Beenden eines mit Note ON aktivierten Sounds bewirkt wird. Anstatt Note OFF kann mit gleicher Wirkung auch Note ON mit Velocity =0 gesendet werden.

Note ON

MIDI - Event , mit dem das Erklingen eines Sounds bewirkt wird. Mit einem Note ON werden der Kanal , der Notenwert und die Velocity gesendet. Im Gegensatz dazu Note OFF .

NRPN

Abkürzung für Non-registered Parameter Number. Herstellerspezifische Erweiterungen der Parametrierung von Controllern durch Anwendung einer speziellen Folge von Controller-Events .

Oscillator

Bauelement in Synthesizern zur Erzeugung von periodischen Wellenformen wie Sinus-, Sägezahn-, Rechteck- und Dreieck-Kurven. In Synthesizern werden VCO (Voltage Controlled Oscillator) und LFO (Low Frequence Osillator) eingesetzt.

Panorama

Stereoeffekt, gleichbedeutend mit Panpot .

Patch

Gleichbedeutend mit Voice .

Percussion Voice

Gruppe von Schlagzeuginstrumenten, gleichbedeutend mit Drum Kit .

Pitch Wheel

MIDI - Event , mit dem die Frequenzen (Tonhöhen) aller auf einem Kanal aktivierten Töne erhöht oder erniedrigt werden.

Polyphonie

Maximale Anzahl von parallel erzeugbaren Tönen auf Synthesizern . Dabei spielt die Zuordnung der Töne zu Kanälen keine Rolle. GM Level 1 fordert eine Polyphonie von mindestens 24; XG hingegen 32. Es ist dabei zu beachten, dass bei vielen Voices mehr als ein Ton im Spiel ist. Beim Überschreiten der Polyphonie verstummen die zum frühesten Zeitpunkt aktivierten Töne. Mit Ausnahme des Drum-Kanals 10, der die höchste Priorität besitzt, haben zusätzlich niedrigere Kanalnummern Vorrang vor höheren Nummern.

Portamento

Hierunter versteht man den gleitenden Übergang von einer Note zu einer anderen, falls die Töne leicht überlappend aktiviert werden. Die Steuerung erfolgt mit den Controller Events Nr. 5 und Nr. 65.

PPQN

Abkürzung für das englische "Pulses Per Quarter Note", gleichbedeutend mit Anzahl der Ticks pro Viertelnote. Mit PPQN wird in MIDI-Dateien die Auflösung des Zeitgebers vorgegeben. Der Wert liegt derzeit zwischen 48 und 1920, gebräuchlich sind heute 96, 120 und 480. PPQN wird im MThd- Chunk der MIDI-Dateien festgelegt.

Program

gleichbedeutend mit Voice .

Program Change

MIDI - Event , mit dem kanal -spezifisch eine neue Voice geschaltet wird. Bei Verwendung von Voice-Banks wird die neue Voice der aktuell eingestellten Bank entnommen.

Release

Durch das Release Time Controller Event Nr. 72 wird die Zeit des Ausklingens einer Note nach Note Off festgelegt. Siehe auch Hüllkurve .

Reverb

Reverb ist ein Sound-Effekt , bei dem der Sound durch viele kurze Soundverzögerungen unterschiedlicher Länge überlagert wird. Dadurch wird ein Hall-Effekt unterschiedlicher Intensität erzeugt.In GM sowie in XG wird die Intensität des Sound Effekts über das Controller-Event Nr. 91 gesteuert. In XG ist Reverb ein System - Effektblock , bei dem über SysEx eine Reihe unterschiedlicher Reverb-Effekte angewählt werden können; z.B. mehrere Hall-, Room-, Stage- und Plate-Effekte.

RPN

Abkürzung für Registered Parameter Number. Standardisierte Erweiterungen der Parametrierung von Controllern durch Anwendung einer speziellen Folge von Controller Events . RPN werden eingesetzt bei den Funktionen Master Tuning (Veränderung der Tonhöhe) sowie bei der Einstellung der Empfindlichkeit des Pitch Bend. Siehe auch NRPN .

Sedezimal

gleichbedeutend mit Hexadezimal .

Sequenzer

Software-Programm mit dem MIDI-Dateien sowie die MIDI -Schnittstelle für andere MIDI-Devices erzeugt werden können. Bekannte Sequenzer-Programme sind Cubase, Cakewalk und XGWorks.

Seriell

Übertragungstechnik von Daten. Hierbei werden die Daten zeitlich hintereinander über nur eine Datenleitung übertragen. Im Gegensatz dazu steht die parallele Datenübertragung, bei der gleichzeitig Daten über mehrere Leitungsverbindungen übertragen werden.

SMF

Abkürzung für "Standard MIDI File". SMF ist genormt und wird in zwei Varianten implementiert , dem Format 0 ( SMF 0 ) und dem Format 1 ( SMF 1 ). Eine drittes Format SMF 2 ist heute nicht mehr aktuell.

SMF 0

Eine MIDI-Datei vom Format SMF 0 besteht aus genau einem Track , der alle MIDI - Events aufnimmt.

SMF 1

Eine MIDI-Datei vom Format 1 enthält mehrere Tracks , die jeweils eine Gruppe von MIDI - Events aufnehmen. Normalerweise wird für alle Events eines Kanals ein eigener Track angelegt. Häufig werden zusätzliche Tracks für Controller -, Lyrics - , Chord -Events oder auch nur für Kommentare angelegt.

Sound-Effekte

Die Anwendung von Sound-Effekten beeinflusst die Wiedergabe von Voices . Zur Erzeugung dieser Effekte stehen einige Controller-Events zur Verfügung, z.B. für Vibrato, Reverb, Chorus, Harmony Content, Brightness, Portamento, Panpot. Mit den Yamaha XG Effektblöcken lassen sich eine Vielzahl von zusätzlichen DSP -Effekten, z.B. verschiedene Hall- und Echo-Arten, erzielen.

Sperrpassfilter

Engl. Bezeichnung "Band Reject" oder "Notch" Filter. Elektronisches Filter, das nur einen nach unten und nach oben begrenzten Frequenzbereich von Sounds sperrt. Niedrigere und höhere Frequenzen werden durchgelassen. Siehe auch Bandpassfilter , Tiefpassfilter und Hochpassfilter .

Spur

Gleichbedeutend mit Track .

Status Byte

Erstes Byte eines MIDI - Events zur Kennzeichnung des Event-Typs. Wertebereich zwischen 128 und 255 bzw. zwischen 0x80 und 0xff in Hexadezimal -Darstellung.

Note OFF : 0x80, 0x81,...0x8f
Note ON : 0x90, 0x91,...0x9f
Aftertouch : 0xa0, 0xa1,...0xaf
Controller Events : 0xb0, 0xb1,...0xbf
Program Change : 0xc0, 0xc1,...0xcf
Channel Press : 0xd0, 0xd1,...0xdf
Pitch Wheel : 0xe0, 0xe1,...0xef

Die zweite Hexadezimalziffer 0, 1, ...f ist die um 1 verkleinerte Kanalnummer.

Die wichtigsten Events der mit 0xf beginnenden Statusbytes:

SysEx : 0xf0
Meta Events : 0xff

Sustain

Halten eines Tons. Der Sustain-Effekt wird durch das kanal spezifische Controller-Event Nr. 64 ein und ausgeschaltet. Bei vielen MIDI-Devices wirkt Sustain auf mehrere Kanäle. Sustain wird am Keyboard durch das Sustain-Pedal erzeugt. Siehe auch Hüllkurve .

Synthesizer

Ursprünglich wird dieser Begriff für einen Tongenerator verwendet, dessen Sounds ausschließlich auf der Basis von elektronischen Schaltkreisen erzeugt werden. Heute werden damit auch ein Geräte bezeichnet, die Sounds unter Verwendung der Wavetable-Synthese, d.h. aus digitalisiertem Analog-Material, erzeugen.

Prinzipieller Aufbau:

Als Auswirkungen eines Tastendrucks am Keybord (Anschlag, Tastenwert, Aftertouch) werden unterschiedliche elektrische Spannungen (Volt) erzeugt, die Funktionen des Synthesizers steuern. VCO (Voltage Controlled Oscillator ) ist die eigentliche Quelle der Tonschwingungen. LFO (Low Frequence Oscillator) generiert Schwingungen zwischen 0.01 und 25 Hz. LFO wird u.a. durch das Modulationsrad beeinflusst und erzeugt u.a. Vibrato-Effekte. Der VCO-Output wird anschließend durch VCF (Voltage Controlled Filter ) und VCA (Voltage Controlled Amplifier) modifiziert. VCA wird zusätzlich gesteuert durch den ADSR-Envelope-Generator ( Hüllkurven -Generator). VCA und VCF können zusätzlich noch durch LFOs gesteuert werden.

Bei den elektronischen Filtern VCF unterscheidet man zwischen Tiefpassfilter , Hochpassfilter , Bandpassfilter und Sperrpassfilter . Bei VCF kann ein Teil des VCF-Outputs wieder eingeleitet werden. Damit lassen sich Hall- , Echo- und Harmonie-Effekte erzeugen. Der Vorgang wird als Resonanz bezeichnet.

Die hier beschrieben Funktionen von Analog-Synthesizern sind auch in Digital-Synthesizern vorhanden. Anstatt des VCO wird ein sogenannter DCO (Digital Controlled Oscillator) eingesetzt.

SysEx

Abkürzung für System Exclusive Event. MIDI - Event zur Steuerung von speziellen Gerätefunktionen wie z.B. die Geräteinitialisierung oder die Parametrierung von Digitalen Signalprozessoren ( DSP ). SysEx werden zumeist als Sequenz von Hexadezimal -Zahlen dargestellt. SysEx haben eine variable Länge. Sie beginnen bzw. enden mit den Statusbyte 0xf0 bzw. 0xf7. Das zweite Byte jedes SysEx-Events ist eine Identifikations-Nummer, die entweder global (RealTime ID = 0x7f, Non-RealTime ID = 0x7e) oder die Kennzeichnung eines Herstellers ist. Zum Beispiel ist die Yamaha zugeordnete Identifikationsnummer 0x43 (= 67) und die von Roland 0x41 (= 65). Damit sind MIDI-Devices in der Lage, die ihnen unbekannten Anweisungen fremder Hersteller zu überlesen oder auch zu interpretieren. Turn General MIDI System On ist ein Beispiel für ein ein globales Non-RealTime SysEx.

System

Arbeitsweise von Effektblöcken . Genaueres siehe Insertion .

System Exclusive Event

gleichbedeutend mit SysEx .

Tiefpassfilter

Engl. Abkürzung LPF (Low Pass Filter). Elektronische Filterfunktion, die nur einen nach oben durch die Filter Cutoff Frequenz begrenzten Frequenzbereich von Sounds passieren lässt. Siehe auch Bandpassfilter , Sperrpassfilter und Hochpassfilter .

Track

MIDI-Dateien bestehen aus einer (bei SMF 0 ) oder mehreren (bei SMF 1 ) aufeinanderfolgenden Gruppierungen, den Tracks oder Spuren, von MIDI- Events , die durch ein spezielles Event "End of Track" voneinander getrennt werden. Jeder Track hat eine eigene mit 1:1:0 beginnende Zeitführung. Während in SMF 0 alle Events der MIDI-Datei in dem einzigen Track enthalten sind, sind diese bei SMF 1 in mehreren Tracks verteilt und müssen daher zeitlich parallel abgearbeitet werden. Normalerweise werden bei SMF 1 die Events für jeden einzelnen Kanal in einem eigenen Track abgelegt. Häufig werden für Controller-Events , Lyric - oder Chord -Events zusätzlich weitere Tracks angelegt. Der Begriff Track bzw. Spur darf nicht mit Kanal verwechselt werden.

Turn General MIDI System On

Es handelt sich hier um ein herstellerunabhängiges SysEx , durch das GM -Level1-fähige MIDI-Devices in den Zustand versetzt werden, MIDI-Dateien vom Typ GM1 abzuspielen. Die Geräte werden dadurch initialisiert. Dieses SysEx ist meistens das erste Event in einer MIDI-Datei. "Turn General MIDI System On" ist durch die Hexadezimal -Zahlenfolge "f0 7e 7f 09 01 f7" definiert.

Variation

Mit dem Effektblock Variation können eine Reihe unterschiedlicher Effekte wie Hall, Chorus, Echo, Verzerrung usw. erzeugt werden. Variation arbeitet wahlweise als Insertion - oder als System-Effekt. Die Einstellung erfolgt mit einem speziellen Connection- SysEx . Während die Effekte bei "Insertion" für jeden Kanal getrennt spezifiziert werden müssen, wirkt Variation als System-Effekt auf alle Kanäle gleichermaßen. In der Betriebsart "System" können jedoch mit dem Controller-Event Nr. 94 die Intensitäten des Variationseffekts für jeden Kanal separat eingestellt werden.

VCA

Abkürzung für Voltage Controlled Amplifier. Bauelement bzw. Funktion von Synthesizern . VCA ist zuständig für die Amplituden-Modulation (Lautstärke und Hüllkurve ).

VCF

Abkürzung für Voltage Controlled Filter. Bauelement oder Funktion von Synthesizern . VCF ist zuständig für das Ausschneiden von Frequenzbereichen, siehe Filter .

VCO

Abkürzung für Voltage Controlled Oscillator. Bauelement oder Funktion von Synthesizern .

Velocity

Anschlagstärke einer Taste. Wertebereich von 0 bis 127. Velocity wird als Parameter von Note ON MIDI - Events übertragen.

Voice

Unter einer Voice (auch bezeichnet durch Patch oder Program) wird ein auf Synthesizern bereitgestellter MIDI -Klang bezeichnet. Die Zuordnung einer Voice zu einem MIDI- Kanal erfolgt durch das Program-Change-Event und einer Voice-Nummer . Man unterscheidet zwischen Melodie-Voices, bei denen mit den Tasten nur die Tonhöhe eines Klangs verändert wird, und den Perkussion-Voices ( Drum-Kits ), bei denen jede Taste einen anderen Klang erzeugt. GM Level 1 kennt standardmäßig 128 Voices, die sechzehn Voice-Gruppen zugeordnet werden. Moderne MIDI-Devices verwenden Voice-Banks , die jeweils einen zusätzlichen Satz von bis zu 128 Voices bereitstellen.

Voice-Bank

In modernen MIDI-Devices werden mehr als die 128 GM - Level 1 - Voices zur Verfügung gestellt. Das geschieht durch Umschalten des Kanals auf weitere Sätze von jeweils bis zu 128 zusätzlichen Voices, den sog. Voice-Banks. Das Umschalten auf Voice-Banks wird mit den Controller-Events Nr. 0 und Nr. 32 durchgeführt. Die Voice wird erst durch ein anschließendes Program Change Event aktiviert.

Voice Gruppen

Die über Voice-Nummern festgelegten 128 Melodie-Sounds von General-Midi sind in sechzehn Gruppen von je acht Voices eingeteilt, die jeweils einer bestimmten Art von Sound zugeordnet sind.

Gruppe Voice-Nummern
Piano 0-7
Chrom Percussion 8-15
Organ 16-23
Guitar 24-31
Bass 32-39
Strings 40-47
Ensemble 48-55
Brass 56-63
Reed 64-71
Pipe 72-79
Synth Lead 80-87
Synth Pad 88-95
Synth Effekts 96-103
Ethnic 104-111
Percussive 112-119
Sound Effects 120-127



Normalerweise wird diese Zuordnung von den Herstellern auch für Voices Nicht-GM- Voice-Banks eingehalten.

Voice Nummer

Zahlenangabe zur Spezifikation einer Voice . Sie wird als Parameter im Program Change Event verwendet. Während hier nur Zahlen zwischen 0 und 127 verwendet werden können, werden in Sequenzer -Programmen und in Manuals häufig um 1 höhere Zahlen benutzt, was gelegentlich zur Verwirrung beiträgt.

Wah Effekt

Dieser Effekt wird durch zeitliche Veränderung der Mitten-Frequenz von Equalizern oder auch die Veränderung der Filter Cutoff Frequenz erreicht. Einfacher lässt sich der Wah-Effekt als Variation - SysEx einstellen.

XF

Yamaha-eigene Erweiterung von XG MIDI-Dateien . Die speziellen Anweisungen ermöglichen die Ablage von Liedtexten, Akkorden, Titel und Copyright-Informationen. XF-MIDI-Dateien können im Allgemeinen ohne wesentliche Einschränkung auf GM1 - MIDI-Devices abgespielt werden.

XG

Das von Yamaha eingeführte XG-Format ist ähnlich wie das GS -Format von Roland eine herstellerspezifische Erweiterung des GM1 -Standards. Es wurden 480 neue Yamaha-spezifische XG- Voices , eine Anzahl weiterer Drum-Kits sowie eine große Anzahl von Yamaha-XG- SysEx zur Parametrierung von DSP -Effekten eingeführt. Die Erweiterungen sind abwärtskompatibel, so dass Wiedergabe von normalen GM1-MIDI-Dateien auf XG MIDI-Devices möglich ist. Andererseits sind XG und GS nicht miteinander kompatibel.

XG System On

Es handelt sich hier um ein SysEx für XG -fähige MIDI-Devices , durch das die XG- Synthesizer in den Zustand versetzt werden, MIDI-Dateien vom Typ XG abzuspielen. Die Geräte werden dadurch in einen Initialzustand versetzt. Dieses SysEx ist meistens das zweite Event in einer MIDI-Datei nach dem SysEx Turn General MIDI System On . "XG System On" ist durch die Hexadezimal -Zahlenfolge "f0 43 10 4c 00 00 7e 00 f7" definiert.




Ende