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Songs mit PSRUTI konvertieren
Sunday, 23 July 2006
Wir lernen, wie man mit dem Programm PSRUTI eine Mididatei für unsere XG-Klangerzeuger optimieren kann.

1. Einleitung

Übliche MIDI-Dateien, die nicht speziell für unsere YAMAHA-Keyboards oder andere XG-Klangerzeuger programmiert worden sind, können vom Klang her erheblich verbessert werden, wenn wir sie gezielt für unser eigenes Gerät bearbeiten. Die meisten Songs, die als Freeware aus dem Internet, vornehmlich von US-amerikanischen Homepages, bezogen werden können, sind zum Abspielen auf üblichen PC-Soundkarten vorgesehen: Sie setzen ausschließlich Voices und Drum-Instrumente von General MIDI (GM) ein und nutzen nur sehr spärliche Effekteinstellungen in Form von GM-Controllern. Auf unseren Keyboards kann man diese Songs sehr wohl abspielen, aber die Klangqualität lässt sich mit dem YAMAHA-Format XG erheblich verbessern.

In diesem Artikel erläutere ich, was man unternehmen muss, um MIDI-Dateien in das Format XG zu konvertieren und wie man anstatt der Original-Voices die hochwertigen Panel-Voices unserer Keyboards einstellen kann. Unser Ziel ist es, optimale Klangergebnisse zu erreichen.

Dabei setzen wir das Programm PSRUTI ein, das auf XG spezialisiert ist und dessen Funktionen gerade auch in Hinblick auf diese Aufgaben programmiert wurden. Die beschriebenen Anpassungen lassen sich auch mit einem üblichen Sequenzer wie Cubase, Cakewalk, Logic oder XGWorks durchführen, der Aufwand ist aber erheblich größer.

Ich empfehle Ihnen, die Möglichkeiten, die PSRUTI bietet, zunächst an Beispielen einzuüben. Kontrollieren Sie nach jeder Änderung das Ergebnis mit Play; möglichst auch für jeden Kanal separat. Mit der Zeit erkennen Sie, worauf es dabei ankommt. In diesem Artikel werden nur Hinweise zu den wichtigsten Funktionen gegeben, die Sie beim Bearbeiten von fremden MIDI-Dateien einsetzen werden. Im PSRUTI-Manual sind diese und die hier nicht erwähnten Funktionen genau beschrieben.

Noch ein Hinweis: Viele MIDI-Dateien, die scheinbar frei angeboten werden, sind Copyright geschützt. Es geht hierbei nicht nur um die MIDI-Dateien als solches sondern auch um Songtitel, auf denen Musikverlage ihre Rechte haben. Es wird sicher niemand etwas dagegen haben, wenn Sie diese MIDI-Dateien bearbeiten und für sich privat benutzen; seien Sie aber vorsichtig, wenn Sie diese Files weitergeben, auch unentgeltlich.

2. Das Programm PSRUTI auf dem PC einrichten

Verbinden Sie ihren PC über USB oder MIDI-Kabel mit dem Keyboard. Installieren Sie PSRUTI und legen Sie mit der Taste MIDI den MIDI-Port auf den USB-Port des Keyboards bzw. auf MIDI-Out zum Keyboard, der häufig mit MPU401 bezeichnet wird. Verknüpfen Sie PSRUTI mit einer passenden Cakewalk-Instrumenten-Definition sowie, falls möglich, mit einer Kopie der Voicefiles des Keyboards. Alle Maßnahmen sind im Manual von PSRUTI beschrieben.

3. Den Klang von MIDI-Dateien mit PSRUTI verbessern

Es macht keinen Sinn, MIDI-Dateien zu bearbeiten, die spieltechnisch von minderer Qualität sind. Laden Sie eine MIDI-Datei in PSRUTI, führen Sie die XG-Optimierung durch und entscheiden Sie dann beim Abspielen, ob sich eine Bearbeitung lohnen könnte.

Die XG-Optimierung ist der erste Schritt, den Sie durchführen. Dadurch wird die Datei von Fehlern und überflüssigen Events bereinigt und für eine Weiterbearbeitung mit PSRUTI und auch Sequenzerprogrammen bestens strukturiert. Der Klang der MIDI-Datei wird sich kaum ändern, es gibt jedoch MIDI-Dateien, die vor der XG-Optimierung stumm sind, und danach erst erklingen.

3.1 Revoicen auf Panel-Voices

Panel-Voices sind im Gegensatz zu den GM und Basis-XG-Voices sehr viel aufwändiger gesampelt und nutzen erst damit die hervorragenden Klangeigenschaften Ihres Keyboards. Wenn Ihr Keyboard die Möglichkeit bietet, mit Voicefiles zu revoicen, dann sollten Sie diese Revoicing-Methode einsetzen; anderenfalls setzen Sie das "Standard Revoicing" ein. Beide Methoden werden ausführlich im PSRUTI Manual behandelt. Schon beim "Standard Revoicen" verbessert sich der Klang; beim "Voicefile Revoicen" werden noch dezente Effekte eingefügt, mit denen sich die Klangqualität weiter erhöht.

Die Original-MIDI-Datei wird wahrscheinlich zumeist die GM-Voices der Bank 0 verwenden. Sie werden zumindest die tragenden Melodiestimmen durch Panel-Voices der Banks 112 bis 126 ersetzen. Der Schlagzeugkanal ist durch die Bank 16256 gekennzeichnet. Ihr Keyboard besitzt nicht nur die GM-Bank StandardKit1 sondern einige weitere Drum-Voices. Beim Voicefile Revoicen sollten Sie nicht mehr als drei Effekt-Blöcke verwenden. Der Klang von GM-Voices wird sich beim Voicefile Revoicen ebenfalls verbessern, wenn Sie diese noch einmal revoicen.

Sie können die Effekte verstärken oder abschwächen, wenn Sie anschließend die Controller "Reverb Send Level", "Chorus Send Level", "Variation Send Level" und "Insertion" verändern. Gehen Sie aber damit sparsam um, denn zu hohe Werte erzeugen sehr schnell einen aufdringlichen Klang. Überprüfen Sie das Ergebnis durch Abspielen "Play" und korrigieren Sie gegebenenfalls die Controller.

3.2 Anschlagstärke (Velocity) kontrollieren

Mit "Velocity Compressor" zeigt Ihnen PSRUTI kanalweise die Verteilung der Anschlagstärken der MIDI-Datei an. Noten mit zu niedrigen Werte (unter 25) sind fast unhörbar, können also im Allgemeinen gelöscht werden. Zu hohe Werte erzeugen bei manchen Voices, insbesondere den Live-Voices und den Blasinstrumenten, schrille Klänge. Setzen Sie mit Ausnahme der Drums die Velocity-Intervalle auf 50 (Min) bis 110 (Max). Überprüfen Sie das Klangergebnis und ändern Sie gegebenenfalls.

3.3 Lautstärken kontrollieren

Mit Veränderung der Anschlagstärke wird sich auch die Lautstärke einzelner Kanäle verändert haben. Überprüfen Sie kanalweise die Lautstärke und stellen Sie sie mit Controller 7 (Main Volume) passend ein.

3.4 Panorama

Um einen räumlichen Klang zu erhalten, sollten Sie den Controller 10 für jeden Kanal separat einstellen. Mit dem Wert 64 erzeugen Sie einen mittigen Klang; bei niedrigeren Werten dominieren die linken Lautsprecher, bei höheren die rechten. Tragende Melodiestimmen sollten mittig eingestellt sein. Verteilen Sie die anderen Instrumente gleichmäßig von links nach rechts. Orientieren Sie sich an der Sitzordnung von Bands.

4. Weitere Verbesserungen mit PSRUTI

Die folgenden Änderungen mit PSRUTI verbessern zwar nicht mehr die Klangqualität, gehören aber trotzdem zu einer Überarbeitung und bringen einige Vorteile, wenn Sie die MIDI-Datei auf dem Keyboard abspielen..

4.1 Songtitel, Komponist, Texter und Copyright

Unter Extras, Songname... tragen Sie den korrekten Songtitel ein sowie, wenn bekannt, den Komponisten und den Texter. Diese Einträge werden im Lyric-Fenster Ihres Keyboards angezeigt. Wenn die MIDI-Datei schon einen Copyright-Vermerk enthält, sollten Sie den nicht entfernen. Sie können aber zusätzlich vermerken, dass die MIDI-Datei an Ihr spezielles Keyboard angepasst wurde.

4.2 Liedtext einfügen

Mit PSRUTI können Sie über das Play-Fenster einen in einer Textdatei vorbereiteten Liedtext einfügen. Beachten Sie genau die Beschreibung im Manual.

4.3 Akkorde und Fill-Lyrics einfügen

PSRUTI kann aus den Noten der MIDI-Datei Akkorde berechnen und einfügen. Beachten Sie dazu die Beschreibung im Manual. Wenn möglich, tragen Sie im Transponieren-Fenster die korrekte Tonart ein, denn dadurch wird die enharmonische Darstellung der Akkorde gesteuert. Anschließend empfehle ich das Einfügen von Fill-Lyrics. Enthält die MIDI-Datei schon den Liedtext so ist es sinnvoll, diesen "nicht auf Takten mit Lyrics" einzutragen; anderenfalls können Sie die Voreinstellung belassen. Akkorde und Fill-Lyrics werden beim Abspielen am Keyboard im Lyric-Fenster angezeigt. Mit den Akkorden kann die Vocal Harmony gesteuert werden.

Ende