Purple Hearts hpmusic
Main Menu
Home
Downloads
News
Tips&Tricks
Songs
Articles
Good Links
Contact
Impressum
Who's Online
We have 73 guests online
Search
XG-Sounds am PC PDF Print
Friday, 05 November 2004
Mit den Klangerzeugern auf dem PC gelingt s uns nicht, den authentischen Sound unserer Keyboards zu bekommen.

Machen Sie einmal das folgende Experiment: Erzeugen Sie auf einer Floppy Disk mit "Song Recording" eine MIDI-Datei am Keyboard und benutzen dabei "Auto Accompaniment" und "MultiPad". Spielen Sie dann diese Datei am PC mit geeigneter Software (Media Player, Cakewalk,...) ab und verwenden Sie dabei den Synthesizer Ihrer Soundkarte. In den meisten Fällen ist die Wiedergabequalität miserabel. Häufig hören Sie dabei harte Piano-Dissonanzen an Stelle einer Rhythmus-Gruppe. Bei einer Wiedergabe am Keyboard ist der Sound der MIDI-Datei hingegen einwandfrei. Was ist los?

Die YAMAHA-Keyboards besitzen Synthesizer hoher Qualität mit hervorragenden Voices, die für MIDI-Dateien vom Format XG konzipiert sind. Übliche Soundkarten sind normalerweise nur in der Lage, MIDI-Dateien vom Format General MIDI (GM) zu interpretieren. Diese Soundkarten ignorieren alle Anweisungen zur Einstellung von Voice-Banks (Controller Events 0 und 32) sowie außerdem die XG-SysEx-Anweisungen für Voice-Effekte. Als Auswirkung benutzt beispielsweise die Soundkarte die GM-Voice "Tenor Sax" anstelle der am Keyboard eingestellten Voice "Breath Tenor Sax" und diese noch mit minderer Soundqualität.

MIDI-Kanal Nr. 10 ist bei GM der Kanal für das fest darauf eingestellte Standard-GM-Drum-Kit. Über Kanal 10 können keine Melodie-Voices und auf den anderen Kanälen keine Drum-Instrumente abgespielt werden. XG hat nicht diese Einschränkungen. Die am Keyboard über "Auto Accompaniment" aktivierten Styles verwenden in den meisten Fällen die Kanäle 9 und 10 (Rhy1 und Rhy2) für Drum-Percussion. Auf GM-Soundkarten ist Kanal 9 grundsätzlich ein Melodie-Kanal und wir hören daher hierüber ein Melodie-Instrument an Stelle von Drums. Wenn der Style des PSR beispielsweise "Standard Kit 1" am Kanal 9 (Rhy1) verwendet, hören wir stattdessen über die Soundkarte das GM-Piano "Acoustic Grand".

Wie können wir das Problem lösen?

Ich persönlich gehe hier wie folgt vor: Ich vergesse den MIDI-Synthesizer der Soundkarte. Ich verbinde den MIDI-OUT-Ausgang der Soundkarte und den MIDI-IN-Eingang des Keyboards mit einem MIDI-Kabel. Am PC wird unter Einstellungen - Systemsteuerung - Multimedia - MIDI der Synthesizer der Soundkarte auf "Soundcard MIDI OUT", manchmal auch "MPU-401" genannt, abgeändert. Von nun an verwendet die Sequenzer-Software des PC den Synthesizer des Keyboards. Damit werden alle XG- und auch die Keyboard-internen Panel-Voices korrekt wiedergegeben.

Dieses Verfahren ist jedoch in vielen Fällen nicht akzeptabel. Will man beispielsweise eine MIDI-Datei erzeugen, die von anderen auch über die Soundkarte am PC abgespielt werden soll, dann muss die Datei mit Sequenzer-Software am PC nachbearbeitet werden:

Ist Kanal 9 mit einem Drum-Kit belegt, so ändern wir diese Kanalnummer auf 10 ab. Drum-Kits dürfen nur den Kanal 10 benutzen! Unter Umständen überschreitet der MIDI-Song die Polyphonie-Grenze der Soundkarte, die normalerweise bei 24 liegt. Als Auswirkung werden einzelne Töne nicht mehr wiedergegeben. In solchen Fällen muss man auf manche untergeordnete Stimmen durch Löschen entsprechender Kanäle verzichten. Hören Sie sich das Ergebnis über die Soundkarte an. Gegebenenfalls müssen Sie zusätzlich noch die Lautstärken einzelner Kanäle verändern, Controller-Anweisungen anders parametrieren oder sogar andere Instrumente verwenden.

Die folgenden Schritte sind nicht mehr unbedingt notwendig. Sie sind aber erforderlich, wenn wir als Ergebnis eine korrekte GM-Datei erhalten wollen. Wir löschen dazu die verwendeten Voice-Bank-Einstellungen und ersetzen diese durch "--" oder "none". Wir löschen alle SysEx mit Ausnahme des ersten: "Turn GM System On" und alle Controller- und NRPN-Anweisungen, die nicht zu GM gehören.

Eine andere Möglichkeit ist der Einsatz von YAMAHA's Software-Synthesizer wie S-YXG20, S-YXG50 oder S-YXG100. Diese Software umgeht den MIDI-Synthesizer der Soundkarte und benutzt nur deren Audio-Funktionen. S-YXG50 erfüllt die XG-Spezifikation mit 480 XG-Voices und den Effektblöcken Reverb, Chorus und Variation; interpretiert jedoch nicht die internen Panel-Voices mit Banknummern LSB = 112, 113,... S-YXG50 hat eine Polyphonie von bis zu 512 (!!), bei deren Ausnutzung wahrscheinlich Laufzeitprobleme auftreten werden, da die Sounderzeugung die CPU stark belastet. S-YX50 ist erschwinglich, ich habe die Software XGPlayer mit S-YXG50 zusammen mit einer Hercules Gamesurround MUSE XL Soundkarte für insgesamt etwa 25 Euro erworben. S-YXG20 hat einen eingeschränkten XG-Umfang (XG Lite). Hier waren im Vergleich die normalen GM-Voices der Soundblaster Live! von höherer Qualität als die dort erzeugten XG-Voices.

Zu guter Letzt können wir auch die vorhandene Soundkarte durch eine XG-fähige Soundkarte ersetzen. Am preiswertesten sind die "YAMAHA Waveforce WF 192-XG" und die "Hoontech SoundTrack Digital XG". Beide verwenden den gleichen XG-Synthesizer Chip von YAMAHA und haben beste Testergebnisse. Die YAMAHA-Karte sollte nicht mehr als 50 Euro kosten. Eine professionelle Soundkarte ist die "YAMAHA SW1000XG" für etwa US$550. Andererseits können wir unser Geld sparen: mit dem Synthesizer unseres Keyboards erzeugen wir einen exzellenten Sound.

Was ist GM? Lesen Sie die englischen Artikel in

http://www.midi.org/about-midi/gm/gm1_spec.shtml

oder das Musik Glossary in dieser Homepage. Hier finden Sie weitere interessante Hinweise.

Oder besuchen Sie die Seiten von Clemens Kurtz (URL in "Good Links"). Er teilt uns einiges über Soundkarten mit.

End